Kommentar

In wenigen Tagen beginnt die Weltklimakonferenz (COP28) in Dubai

Kerstin Wohlfahrt
Online-Redaktion
Was kommt dabei heraus, wenn ein Ölmanager der Konferenzpräsident ist und eine Unternehmensberatung wie McKinsey für die Tagesleitung einen Plan erstellt?

Und Sultan al-Dschaber ist nicht der einzige Verhandlungsführer mit Verbindungen zur fossilen Industrie. Bereits 2022, bei der COP 27 im ägyptischen Sharm el-Sheikh, war die Zahl der Delegierten mit Verbindungen zur Ölindustrie um ein Viertel gegenüber den vorherigen COPs gestiegen. Allein die zehn reichsten Länder der Welt, darunter auch die Vereinigten Arabischen Emirate, tragen laut UNO-Bericht mit ihrem Öl-, Gas- und Kohleabbau dazu bei, das 1,5-Grad-Ziel zu verfehlen.
Wenn dann noch das Beratungsunternehmen MCKinsey, welches bekannt dafür ist, auf Wachstum zu setzen, den Plan für die Tagungsleitung erstellt, dann fragt man sich, welche Interessen bei der COP 28 wirklich vertreten werden? Ist das Interesse der Weltklimakonferenz Klimaschutz und die Zukunft der Kinder, insbesondere aus den am meisten von der Klimakrise betroffenen Ländern, aber auch sonst auf der Welt?
Rund 46 Millionen Gesundheitsexpert:innen fordern in einem offenen Brief, dass die Interessen der fossilen Industrie bei Klimaverhandlungen keine Rolle spielen dürfen und dass die jahrzehntelange Blockadekampagne gegen Klimaschutzmaßnahmen nicht bei den UN-Verhandlungen fortgesetzt werden dürfen, so wie die Tabakindustrie nicht bei der Regulierung von Tabakprodukten mitreden darf. Hoffen wir auf das Beste!

Quellen:
McKinsey schlittert von einem Skandal zum nächsten (nzz.ch)
McKinsey und die Klimakonferenz: Die Untergangsberater – der Rationalist – Kolumne – DER SPIEGEL
Vorschau auf die Klimakonferenz COP28 am 30. November in Dubai | Qantara.de
Klimaökonomin Kemfert kritisiert Lobby-Tätigkeit auf Weltklimakonferenz | MDR.DE
UN-Klimakonferenz: Mediziner für Ausschluss fossiler Lobbyisten von Klimaverhandlungen | ZEIT ONLINE

Kerstin Wohlfahrt
Online-Redaktion